schreibtipp 1

Schreibtipp 1: Lesende für blöd halten

Wir fangen gleich mal mit so richtigen Katastrophen an: Lesende für blöd halten. Wenn ihr swipt, findet ihr Beispiele. (Davon werden wir euch sicher so einige präsentieren. *hüstel* …)
Habt ihr schon mal ein Buch gelesen (oder sogar geschrieben), in dem die Lesenden für blöd gehalten werden? Falls ja, werdet ihr gemerkt haben, dass es keinen Spaß macht, alles vorgekaut und erklärt zu bekommen. Hier ist weniger mehr. Der Dialog oder die Handlungen der Figuren reichen meist völlig aus, um deren Gefühle darzustellen.
Nehmen wir das erste Beispiel: Hier haben wir „zustimmendes Nicken“. Das ist bereits zu viel, denn wann nickt man denn ablehnend? Die dritte Zustimmung folgt im Dialog. Und falls die Lesenden es immer noch nicht gecheckt haben, wird es direkt noch mal im Inquit (der Redeausleitung) erwähnt. In dieser Mini-Sequenz haben wir also 4x Zustimmung – 1x reicht!
Beispiel 2 treibt es auf die Spitze: „wütend“, „blitzte“, Erwähnung der Wut im Dialog, „brüllen“ und „zornig“. Also gleich eine fünfmalige Betonung der Wut.
Diese Beispiele beinhalten noch viel mehr Stilfehler, aber wir gehen Stück für Stück auf einzelne Dinge ein. 
Wie ist das, wären euch diese Sätze in einem Buch negativ aufgefallen?

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